Ratgeber

Gerüst mieten oder kaufen? Kosten und Entscheidungshilfe

Für die meisten Bauprojekte in der Schweiz ist die Miete wirtschaftlicher — doch nicht immer. Wir rechnen vor und zeigen, wann sich welche Option lohnt.

Kurz gesagt:Die Miete eines Fassadengerüsts kostet für ein Einfamilienhaus CHF 3'500.— bis CHF 8'000.— bei 4 Wochen Standzeit. Ein vergleichbares Gerüst zu kaufen kostet CHF 15'000.— bis CHF 35'000.—. Für Privatpersonen und Einzelprojekte ist die Miete fast immer die bessere Wahl. Holen Sie mindestens 3 Offerten ein — die Preisunterschiede betragen oft 25–30 %.

Mietkosten im Detail

Die Mietkosten für ein Gerüst in der Schweiz setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Die Auf- und Abbaukosten sind der grösste Einzelposten und liegen bei CHF 20.— bis CHF 45.— pro m² Gerüstfläche — abhängig von Gebäudehöhe, Zugänglichkeit und Gerüsttyp. Die eigentliche Mietewird pro m² und Monat berechnet: CHF 15.— bis CHF 35.— sind üblich, wobei längere Standzeiten oft Rabatte bringen. Dazu kommen Transport(CHF 500.— bis CHF 1'500.— pro Anfahrt), Verankerungsmaterialund allfällige Zusatzkomponenten wie Treppentürme (CHF 800.— bis CHF 2'000.—) oder Schutzeinhausungen (CHF 8.— bis CHF 15.— pro m²). Für ein typisches Einfamilienhaus mit 200 m² Gerüstfläche und 4 Wochen Standzeit ergibt das Gesamtkosten von CHF 3'500.— bis CHF 8'000.—. Die detaillierte Aufschlüsselung finden Sie auf unserer Preise-und-Kosten-Seite.

Kaufkosten und Wirtschaftlichkeit

Ein neues Fassadengerüst-Set für ein zweigeschossiges Einfamilienhaus kostet CHF 15'000.— bis CHF 35'000.—, je nach Hersteller und Ausstattung. Gebrauchte Gerüste gibt es ab CHF 8'000.—, wobei Sie auf den Zustand und die Konformität mit aktuellen Normen achten müssen. Zum Kaufpreis kommen laufende Kosten: Lagerung (ein Gerüst für ein EFH benötigt ca. 15 m² Lagerfläche), jährliche Inspektion (CHF 500.— bis CHF 1'000.—), Ersatzteile und Versicherung. Zudem brauchen Sie für Auf- und Abbau entweder eigene Fachkräfte oder beauftragen einen Montagebetrieb — was die Kostenersparnis gegenüber der Miete deutlich reduziert. Ein Kauf rechnet sich erst ab einer kumulierten Nutzungsdauer von 12 bis 18 Monaten innerhalb von 5 Jahren. Das betrifft vor allem Bauunternehmen, Malergeschäfte und Liegenschaftsverwaltungen mit regelmässigem Gerüstbedarf.

Vor- und Nachteile im Vergleich

Die Miete bietet klare Vorteile: keine Kapitalbindung, immer normgerechtes und geprüftes Material, professioneller Auf- und Abbau durch den Vermieter, keine Lager- und Unterhaltskosten. Der Nachteil: Bei langer Standzeit steigen die Kosten linear, und in der Hochsaison (April bis September) kann die Verfügbarkeit eingeschränkt sein. Der Kauflohnt sich bei häufigem Einsatz und bietet maximale Flexibilität — Sie können das Gerüst jederzeit aufstellen, ohne auf Liefertermine warten zu müssen. Allerdings tragen Sie die volle Verantwortung für Wartung, Normkonformität und die fachgerechte Montage. Für Rollgerüste bis 12 m Arbeitshöhe gelten andere Regeln: Diese kosten CHF 1'500.— bis CHF 5'000.— im Kauf und können für kleinere Arbeiten durchaus eine sinnvolle Anschaffung sein — auch für Privatpersonen.

Tipps zur Mietdauer-Optimierung

Die Mietdauer ist der grösste Hebel zur Kostenoptimierung. Planen Sie den Bauablauf so, dass alle gerüstabhängigen Gewerke — Fassadenbauer, Maler, Spengler, Dachdecker — koordiniert nacheinander arbeiten. Eine unnötige Verlängerung um nur 2 Wochen kostet bei 200 m² Gerüstfläche schnell CHF 600.— bis CHF 1'400.— zusätzlich. Buchen Sie den Gerüstbauer frühzeitig: 4 bis 6 Wochen Vorlauf sind in der Hochsaison empfehlenswert. Klären Sie im Voraus, ob Teilrückbauten möglich sind — wenn z. B. eine Gebäudeseite früher fertig wird, kann der Gerüstbauer diesen Abschnitt vorzeitig abbauen und so Mietkosten sparen. Verhandeln Sie bei Standzeiten über 6 Wochen einen Mengenrabatt. Und achten Sie darauf, dass die Offerte einen fixen Mietpreis pro Monat enthält — manche Anbieter rechnen wochenweise ab, was bei Überschreitung teurer werden kann.

Versteckte Kostenfallen vermeiden

Die häufigsten Kostenfallen bei der Gerüstmiete: Pauschale statt Detailofferte — bestehen Sie auf eine Position-für-Position-Aufstellung mit Auf-/Abbau, Miete, Transport, Zusatzkomponenten und Verankerung. Manche Anbieter kalkulieren den Auf-/Abbau bewusst tief und holen den Betrag über eine höhere Monatsmiete herein — vergleichen Sie daher immer die Gesamtkosten über die geplante Standzeit. Verlängerungswochenwerden oft zu deutlich höheren Tagessätzen berechnet als die ursprüngliche Mietperiode. Klären Sie die Konditionen für Verlängerungen vorab schriftlich. Achten Sie auf die Wetterpauschale: Manche Firmen berechnen Aufschläge für Wintermonate oder schwierige Witterungsbedingungen. Und prüfen Sie, ob die Gerüstabnahme im Preis enthalten ist — diese ist gemäss BauAV Pflicht und kostet separat CHF 200.— bis CHF 500.—.

Häufige Fragen

Die Mietkosten für ein Fassadengerüst liegen bei CHF 15.— bis CHF 35.— pro m² Gerüstfläche und Monat. Dazu kommen einmalige Kosten für Auf- und Abbau von CHF 20.— bis CHF 45.— pro m². Für ein Einfamilienhaus rechnen Sie mit Gesamtkosten von CHF 3'500.— bis CHF 8'000.— bei 4 Wochen Standzeit.